Die EU will einen Markt für die Extraktion von CO2 schaffen. Der Ansatz sieht vor, dass Unternehmen pro Jahr bis zu 86 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus der Luft entnehmen. Für diese klimadienliche Leistung sollen sie dann vergütet werden.
Hintergrund der Überlegungen ist, dass nach allgemeinem fachlichem Ermessen ein Teil des THG-Ausstoßes technisch wohl unvermeidbar ist. Dieser Anteil soll aktiv aus der Luft entfernt werden. Wer künftig CO2 bindet, könnte damit Geld verdienen.
Angedacht ist hierbei, dass Unternehmen, die CO2 aus der Atmosphäre extrahieren, Zertifikate erhalten, die anschließend handelbar sind. Kaufen würden diese etwa Betriebe, die ihre THG-Emissionen noch nicht vollständig vermeiden können.
Grundlage für die Mengenangabe ist eine Modellstudie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Demnach könnten Unternehmen bis 2050 jährlich zwischen 68 und 86 Millionen Tonnen CO2 aus der Luft holen. Diese Größenordnung entspricht ungefähr den Emissionen, die sich technisch kaum vermeiden lassen. Der neue Markt würde somit dort greifen, wo klassische Klimapolitik an Grenzen stößt.