Energiethema Energiepreis und Energieberatung

Aktuell sind die Beschaffungspreise für Strom und Gas auf einem sehr hohen Niveau. Sie hatten Ende 2021 mit der Insolvenz einiger Energieanbieter einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mit Beginn des Krieges in der Ukraine steigen die Preise jedoch weiter und erreichen gerade ein Allzeithoch. Ob und wann die Energiepreise wieder sinken, ist derzeit ungewiss. Die Folge: Stadtwerke müssen ihre Preise deutlich erhöhen, weitere Preiserhöhungen in den Folgejahren nicht ausgeschlossen. Durch die Preisexplosion und die Abhängigkeit von russischem Erdgas wird die Akzeptanz von Erdgas bei den Kundinnen und Kunden deutlich sinken. Diese fragen bereits Alternativen zum Erdgas bei Stadtwerken an. Durch die Reduzierung des Gasverbrauchs mittels Energieeffizienzmaßnahmen oder die Umstellung auf klimafreundlichere Energieträger kann der Verbrauch und damit die Abhängigkeit von russischem Erdgas verringert werden. Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion sowohl im Strom-, als auch im Gasbereich wirken sich zusätzlich positiv auf den Klimaschutz aus.

Gemeinsam mit unseren Mitgliedern identifizieren wir relevante Themen und Unterstützungsbedarfe in der Stadtwerkewelt. ASEW-Unterstützungsangebote im Bereich Energiepreis und Energieberatung umfassen unter anderem:

Weitere ASEW-Leistungen zum Thema Energiepreis und Energieberatung:

Aktuelle Herausforderungen für Stadtwerke-Kund:innen

Als Ende letzten Jahres einige Energielieferant:innen Insolvenz angemeldet haben oder ihre Kundinnen und Kunden abstießen, haben sich viele Grundversorger:innen für die Einführung eines 2. Grundversorgungstarif für alle Neukundinnen und -kunden entschieden. Wenn diese von insolventen Energielieferanten in der neuen Ersatz- bzw. Grundversorgung der Stadtwerke gelandet sind, mussten sie dadurch einen deutlich höheren Preis zahlen. Diese Tarife waren und sind teilweise bis zu dreimal so teuer wie die bisherigen Grundversorgungstarife. Je nach Verbrauch entstehen so Mehrkosten von mehreren hundert Euro. Auch vierstellige Mehrkosten sind keine Seltenheit. Die Preise der Bestandskundinnen und -kunden werden bereits zum Teil deutlich angepasst. Spätestens zum 01.01.2023 wird es für alle Verbraucherinnen und Verbraucher noch einmal einen deutlichen Preissprung geben. Das sind für alle deutliche Mehrkosten, die bisher nicht eingeplant waren. Insbesondere einkommensschwache Haushalte werden die Mehrkosten voraussichtlich kaum bezahlen können. Inwieweit die Entlastungen ausreichend sind, die durch die Bundesregierung aktuell eingeleitet werden, ist derzeit schwer abzuschätzen.

Energieeffizienz kann die Mehrkosten etwas reduzieren

Seit jeher gilt die Formel: Kosten = Menge/Verbrauch x Preis. Steigen die Preise, können die zusätzlichen Kosten durch eine Reduzierung des Verbrauchs in Teilen kompensiert werden. Bisherige Preisanpassungen haben häufig jedoch dazu geführt, dass Kundinnen und Kunden nicht ihren Verbrauch reduziert haben, sondern den Tarif oder das Versorgungsunternehmen gewechselt haben. So entstanden für sie meist keine Mehrkosten. Aktuell stellt sich die Situation anders dar: Die Tarife auf den Vergleichsportalen liegen 50 bis 100 % über dem bisherigen Preisniveau. Selbst wenn die Stadtwerk ihre Preise z.B. um 20 % erhöhen, sind sie noch deutlich günstiger als aktuelle Vergleichsangebote. Ein Wechsel macht daher aktuell für die meisten keinen Sinn. Das Thema Energieeffizienz wird in diesem Kontext deutlich an Bedeutung gewinnen, um der Kostenspirale entgegenzuwirken. Mit einfachen Maßnahmen, z.B. programmierbare Thermostatventile oder die Absenkung der Raumtemperatur um 1 °C (das führt zu einer Einsparung von 6 % der Heizenergie), kann der Verbrauch bereits spürbar gesenkt werden. Auch die Umrüstung auf LED-Beleuchtung amortisiert sich noch schneller bei höheren Strompreisen. Zudem sollte die Umstellung auf eine effiziente Wärmeerzeugung in Angriff genommen werden, wenn die Heizung 20 oder mehr Jahre alt ist.  

Chance für Stadtwerke

Auf die aktuellen Beschaffungspreise haben Stadtwerke keinen Einfluss. Deutliche Preisanpassungen werden daher die Folge sein. Doch gerade jetzt ergibt sich für Stadtwerke die Chance, sich mit ihren vielfältigen Energiewende-Leistungen noch deutlicher zu positionieren. Insbesondere Stadtwerke im ASEW-Netzwerk beraten Kunden und Kundinnen seit vielen Jahren zu Energieeinsparmöglichkeiten, installieren effiziente Wärmeerzeuger oder Wallboxen und schrauben PV-Anlagen auf Häuserdächer. Alle diese Angebote sorgen für einen geringeren Verbrauch und somit für geringere laufende Kosten. Daher ist jetzt der Zeitpunkt, eine Marketing- und Vertriebsoffensive für die Energiewendeleistungen der Stadtwerke zu starten. Kundinnen und Kunden, die durch die Nutzung der Stadtwerke-Leistungen ihren Verbrauch und somit ihre Kosten reduzieren, werden es Stadtwerken mit einer erhöhten Bleibebereitschaft danken.    

Veranstaltungen zu Energiepreis & Energieberatung

Zum Thema Energiepreis & Energieberatung bieten wir Stadtwerke verschiedene Veranstaltungen zum Austausch oder zur Weiterbildung an. In unserem Veranstaltungskalender finden Sie auch zu allen weiteren Energiethemen Web-Seminare der Präsenztreffen.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing (FH) Torsten Brose

Abteilungsleiter Energievertrieb & Kunde
0221 931819 -26
Immer auf dem Laufenden bleiben

Mit dem ASEW-Newsletter erhalten sie regelmäßige Informationen zu ASEW-Veranstaltungen, oder Arbeitskreisen, aktuellen Leistungen und Neues aus dem Netzwerk.